Flash November 2020

Kategorie: News DE
Veröffentlicht: Dienstag, 01. Dezember 2020 08:28
Geschrieben von Super User
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Mad’Eole: Trotz dem Virus – wir schaffen das! Mad’Eole Flash | November 2020

 

MadEole 202011 Flash pic

Bild oben: Nach dem durch das Virus bedingten Stopp aller Arbeiten hat Mad’Eole die Bevölkerung für den unterbrochenen Schluss-Spurt aufgeboten. Und sie ist gekommen. Der Leitungsbau schreitet voran.

 

Geredet

Kleines Bild: Wie üblich in Madagaskar wird immer zuerst viel geredet, gestritten und abgewogen. Schliesslich geht es mit der Arbeit weiter.

Es wäre zu schön gewesen: Vor einem Jahr haben wir voller Optimismus den Endspurt in Joffre-Ville angekündigt. Und zusammen mit den Jungen aus dem Dorf waren wir auch an der harten Arbeit, die Baumstämme für die Strommasten aus dem steilen Gelände der Pflanzungen zu beschaffen und sie auf die Standorte im Dorf zu verteilen. Dann kam das schlechte Wetter und dann das Virus. Joffre-Ville: Corona hat auch Madagaskar und Mad’Eole zeitweise lahmgelegt, aber Das Virus hat nur gebremst, nicht gestoppt

Im Frühling dieses Jahres mussten wir unsere Freunde in der Schweiz um Nothilfe bitten. Dauerhaft schlechtes Wetter und die aussichtslose Situation nach dem Virus bedingten Stopp aller laufenden Arbeiten hatten alle Mittel aufbrauchen lassen. Einige Freunde, die wir per Mail angeschrieben haben, halfen uns über diese kritische Phase. Dafür danken wir an dieser Stelle ganz herzlich.

Seit ein paar Wochen ist Madagaskar nun wieder in den Normalzustand zurück gekehrt. Der Präsident für die Grosse Insel hat den Sieg über das Virus erklärt. Vielleicht stimmt es sogar, wer kann es schon wissen. Für Mad’Eole zählt jedoch, dass die Arbeiten für die Inbetriebnahme in Joffre-Ville weiter gehen können. Und wie!

Das Stromnetz entsteht

Tabelle

Die Tabelle im Kasten zeigt den Fortschritt der Arbeiten am Stromnetz in den letzten Wochen (Stand bei Drucklegung Ende Oktober). Jede Woche ist das aus dem Mad’Eole-Team und einer lokalen Gruppe starker junger Männer am Werk, um jeweils ein paar Dutzend Masten an den vorgesehenen Standort zu pflanzen. Keine einfache Aufgabe. Die Baumstämme sind schwer, das Gelände oft schwierig und wenn es am Fuss des Regenwaldes nieselt, ist das Ganze auch noch glitschig. Die Betonmasten für die Mittelspannung werden hingegen mithilfe eines Auslegerkrans eingesetzt. Auch hier musste wieder einmal improvisiert werden: Die von der staatlichen Agence de Développement de l’Electrification Rurale ADER engagierte Firma hat uns nach den ersten Probeeinsätzen (wir berichteten darüber) im Stich gelassen und wurde nicht mehr gesehen. Zum Glück konnte mit dem Besitzer des einzigen lokal verfügbaren Krans eine kostenmässig tragbare Lösung gefunden werden. Diese Arbeiten haben parallel zum «Aufhängen» der insgesamt rund 20 km Leitungen (siehe Kasten) Ende Oktober begonnen.

Keine Voraussagen

Die Frage, welche in den letzten Wochen an den Versammlungen mit der Bevölkerung am meisten gestellt wurde, war natürlich: Wann haben wir Licht? Das Team von Mad’Eole hat es aufgrund der bisher erlebten Überraschungen und Rückschläge – an denen die Querelen unter der Bevölkerung und die lokalpolitischen Ränkespiele nicht unschuldig gewesen sind – vermieden, einen verbindlichen Termin für die ersten Tests zu geben. Zu vieles kann noch passieren. So müssen wir es auch gegenüber unseren Freunden und Spenderinnen in der Schweiz halten. Wir werden alles daran setzen, um das Projekt erfolgreich abzuschliessen. Das ist unser Versprechen und unsere Verpflichtung. Wir benötigen dafür die Unterstützung der lokalen Bevölkerung ebenso wie jene aus der Schweiz. Dafür ein grosses Merci! Es geht auch nach Joffre-Ville weiter Mehrmals haben wir an dieser Stelle auf neue Projekte hingewiesen, die Mad’Eole auf dem Radar hat. Daran ändert sich nichts. Nachdem der Projektleiter auch nach seiner Pensionierung in der Schweiz an Bord bleibt, ist die «Fernsteuerung» auch für die nächsten Jahre sicher gestellt. Das lokale Team, das eine ausgezeichnete Arbeit macht, kann somit weiterhin vor Begehrlichkeiten ‚übereifriger‘ staatlicher Funktionäre geschützt werden und sich der konkreten Arbeit in den Dörfern und – sofern das Land sich nach dem Virus-Stillstand erholt – auch den Energie-Projekten Privater widmen, um die Spendenabhängigkeit zu verringern. Aber wir werden, wie erwähnt, auf Letzteres auch in Zukunft angewiesen sein. Deshalb nochmals: Danke!

 

Haurueck

Viel Hauruck ist nötig, um die rund 240 Stämme und Masten zu stellen. Nach einem Unterbruch des Lockdowns im August (siehe Tabelle) geht es nun ab Oktober planmässig Richtung Stromnetz.

 

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