Nach dem Zyklon Enawo: Notfall in Madagaskar

Liebe Freunde und Unterstützer der Projekte von Mad'Eole in Madagaskar

Als wäre die politische und wirtschaftliche Talfahrt seit dem Putsch im Jahre 2009 nicht schon genug des Uebels, hat nun auch noch der seit über zehn Jahren schwerste Zyklon die Grosse Insel mit voller Wucht getroffen. Praktisch das ganze Land wurde in Mitleidenschaft gezogen, so auch der Norden Madagaskars, wo die Dorfelektrifizierungsprojekte von Mad'Eole umgesetzt werden.

Nach dem Zyklon dauerte es einige Tage, bis alle fünf Dörfer von unserem Team aus der Provinzhauptstadt Diego-Suarez besucht werden konnten, um das Ausmass der Schäden im Detail abzuklären. Die gute Nachricht zuerst: Keines der Dorfnetze wurde zerstört oder so schwer beschädigt, dass die Stromproduktion definitiv ausfallen müsste. Die Windmühlen konnten von den Dorfelektrikern und unserem Team rechtzeitig zu Boden gebracht und vor den Böen des Zyklons geschützt werden.

Die festgestellten Schäden sind aber immer noch so gravierend, dass wir unsere Freunde in der Schweiz um Hilfe bitten müssen. Wir schaffen es nicht alleine. In allen Dörfern wurden zahlreiche Strommasten umgeworfen oder geknickt. Die Tragstrukturen für die Solarpannels hielten den Böen stand, aber bei teilweise bis zu 200 km/h wurden einige Pannels aus den Verankerungen gerissen oder gar weggeschleudert. Die Produktionszentralen erlitten Schäden am Gebäude. In der Beilage finden Sie ein paar Bilder, welche die Notoperationen noch während des Sturms in Joffre-Ville zeigen. Die Bilder, vom Handy eines meiner Kollegen aufgenommen, sind schlecht, weil der Wind unablässig Regen aus allen Richtungen heranpeitschte. Trotzdem vermitteln die Bilder einen Eindruck, auch von den äusserst schwierigen Pistenverhältnissen nach dem Zyklon. Die Schäden in den elektrifizierten Dörfern schätzen meine Kollegen auf zehn bis fünfzehntausend Franken

Einen besonders schwerwiegenden Schaden haben wir in Ambolobozokely zu beklagen, wo - vom Zyklon unabhängig - durch eine fatale Unachtsamtkeit der lokalen Elektrikerinnen Batterien beschädigt wurden. Wir konnten zwar den Batterieblock als Ganzes  retten, aber das System muss nun von 24 au 48 Volt umgestellt werden. Das erfordert u.a. neue Wechselrichter und Laderegler. Die Umrüstung wird gut dreissigtausend Franken kosten. Das bestehende System werden wir als Ersatzteillager für das Zwillingssystem in Ambolobozobe benützen, weil der europäische Lieferant Konkurs gegangen ist. Das neue Material soll aus der Schweiz (Studer Innotec, Sion) kommen, weil dort einfach die weltbesten Wechselrichter hergestellt werden.

Auch wenn wir soviel wie nur möglich aus eigenen Mitteln und selbstverständlich mit der Unterstützung der Dorfbevölkerungen regeln wollen, verbleiben uns enorme ungedeckte Kosten. Deshalb unser Hilferuf an unsere Freunde in der Schweiz und im benachbarten Ausland.

Für Ihre Unterstützung danken wir von ganzem Herzen und wir hoffen, dass wir die Dorfsysteme in kurzer Zeit wieder flott kriegen werden.

Mit den besten Wünschen an Sie alle.

Ihr Stefan Frey

Projektleiter und Initiant der Projekte von Mad'Eole

Exklusiv für Spender: Kunst für Strom

Der Künstler Désiré aus Diego-Suarez hat 10 Original-Gemälde in Mischtechnik (Oel-Wasser) auf Leinwand geschaffen. Sie können käuflich erworben werden ab Fr. 500.--. Der Erlös fliesst vollständig in die Projekte von Mad'Eole. Formate: 61 x 37 cm. Die Sujets sind Désirés künstlerische Interpretation von Kurz-Geschichten aus dem Band "Blätter aus dem Tropenwald" von Stefan Frey (Knapp-Verlag, Olten) oder beim Autor. Auskünfte und Präsentation aller Sujets bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Stefan Frey.

 

 

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